Unter Stress versteht man das biologische Zusammenspiel unserer Antriebshormone mit den Immunbotenstoffen, die nach einer Anspannung für die Entspannung und die Regeneration verantwortlich sind. Die Antriebshormone geben uns Power, die Immunbotenstoffe sorgen dafür dass wir entspannen, tief schlafen, und Krankheiten abgewehrt werden können.

So sorgt der normale Stress für unsere Aktionsbereitschaft, setzt uns in Bewegung und in Verbindung mit unserem Immunsystem hält Stress uns gesund und sorgt für die dringend benötigte Regeneration. Diese Regeneration braucht den Tiefschlaf indem unsere Zellerneuerung stattfindet und auch die belastenden Erlebnisse des Tages verarbeitet werden. Dies funktioniert indem nachts im Traum die Erlebnisse des Tages die nicht verarbeitet sind geträumt werden. Da der Traum im Tiefschlaf stattfindet, wissen wir dies nach dem Aufwachen am nächsten Tag nicht mehr, und ebenso merken wir nicht, wie wir während des Traumes mit den Augen „Rechts-Links-Bewegungen“ machen; diese sorgen dafür dass der geträumte Stoff von der einen Hirnseite auf die andere Hirnseite wandert, und zwar dorthin, wo unsere verarbeiteten Erlebnisse abgespeichert sind. Unverarbeitete Belastungserlebnisse werden nachts so verarbeitet. Eine Überdosis an Stress schafft ein Ungleichgewicht zwischen dem Antriebshormon Cortisol und den Entspannungs- und Regenerationsstoffen, den Immunbotenstoffen. Wenn dann die Balance zwischen Antriebshormonen und Entspannungsstoffen nachhaltig gestört ist kommt es zu dem, was allgemein unter Stress verstanden wird: Der Körper kann sich nicht mehr entspannen, der Schlaf wird nachhaltig schlechter und schlechter und mit der fehlenden Erholung wird die Stressspirale soweit nach oben geschraubt, dass der Tiefschlaf nicht mehr stattfindet.

Diese Situation kann schlagartig binnen Sekunden stattfinden: Wird dies durch dramatisch empfundene Ereignisse ausgelöst sprechen wir von Psychotraumatisierung. Wenn dies aber schleichend geschieht, und somit auch keinem Einzelerlebnis zugeordnet werden kann, sprechen wir von Stressschäden und in der Folge von Burn-out, wenn eine Schwelle überschritten ist. In der Auswirkung und Konsequenz sind die Folgen aber ähnlich. Das Gehirn verliert seine neuronale Flexibilität, kann sich nicht mehr so wie gewohnt verschalten, kann nicht mehr für Entspannung und Erholung und somit für Regeneration sorgen.

In der Folge muss der betroffene Mensch mit einer reduzierten Lebensfähigkeit klarkommen: Er kann nicht wie gewohnt auf seine Denk-, Merk-, und Konzentrationsfähigkeit zurückgreifen, kann nicht mehr richtig schlafen und wenn, erholt er sich nicht durch den Schlaf. Der Körper verspannt sich – was immer zu diversen, oft diffusen Schmerzen führt. In diesem Zustand wird oft schleichend die emotionale Stabilität instabil was zu Problemen in allen sozialen Kontexten führt. Da die Reaktionsfähigkeit und die Leistungskompetenz drastisch abnehmen, steigern sich in diesem Zustand Fehler in allen Bereichen. Gepaart mit Vergesslichkeit bildet dies die Grundlage erneuerter Belastungszunahmen die dann die ganzen Symptome weiter verstärken. Dieser Prozess kann sich über Jahre beständig hinziehen oder aber auch innerhalb von kurzer Zeit einen dramatischen Punkt erreicht haben – meist endet er in einer Knock-out Situation, das Gehirn ist so fragmentiert, dass es eine Teilabstellung veranlasst – nichts geht mehr. Dieses klassische Burn-out schützt den Körper vor schlimmeren Schädigungen: Funktionsstörungen des Körpers gipfeln ansonsten in Infarkten (Hirninfarkt = Schlaganfall, Niereninfarkt, Herzinfarkt) wenn die Sicherung Burn-out nicht funktioniert ist diese Gefahr extrem gross. Darum hat die Natur diesen Notschalter eingebaut: der Mensch kann nicht mehr seine Kraft nutzen, der Zugang ist versperrt um sich nicht weiter zu Grunde zu richten. Im Burn-out-Zustand funktioniert der Mensch nicht mehr wie gewohnt. Das vegetative Nervensystem sorgt für diese Reihe von eben beschriebenen Störungen. Trotz grösster Willensanstrengung gelingt es bei einem echten Burn-out nicht, den Zugang zu der gewohnten Kraft und den Kopf klar zu bekommen.